Veranstaltungen als informelle Lernräume: Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsplanung und -durchführung

Waren Sie schon einmal auf einer Veranstaltung, auf der Ihnen etwas besonders positiv aufgefallen ist? Zum Beispiel das reichhaltige, auf die Anzahl der Personen abgestimmte Buffet mit vorrangig vegetarischen Speisen? Oder der zentral gelegene Veranstaltungsort, der Ihnen die Anreise mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichte? Vielleicht auch die freundliche Bitte in der Anmeldebestätigung, Ihre eigenen Schreibsachen für Tagungsnotizen mitzubringen?

Veranstaltung, auf denen Menschen zusammenkommen, um von-und miteinander zu lernen, um sich auszutauschen und zu vernetzen sind immer auch Momente des informellen Lernens: Die Art und Weise wie einzelne Aspekte einer Veranstaltung geplant und umgesetzt werden, kann Denkanstöße liefern, Impulse geben, ein neues „normal“ kreieren. Veranstalter*innen haben einen großen Einfluss auf den Eindruck, den eine Veranstaltung bei den Teilnehmenden hinterlässt und können im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung handeln. Noch wichtiger wird dies bei Informations-und Bildungsveranstaltungen, die sich inhaltlich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) widmen. Im Sinne des Whole Institution Approach (WIA) gilt hier die Maxime: Leben was wir lehren.

Wie das geht? Das hat beispielsweise die Stadt Leipzig in ihrem Leitfaden „Nachhaltig veranstalten – Jetzt!“ sehr anschaulich zusammengefasst. Von Mobilität über Ressourcenverbrauch und Müll bis hin zur Kommunikation über das Nachhaltigkeitskonzept Ihrer Veranstaltung bietet der Leitfaden praktische Checklisten und konkrete Anregungen für nachhaltige Maßnahmen.

Noch umfassendere Hilfestellungen zur Veranstaltungsplanung und –Durchführung bietet der Leitfaden „Veranstaltungen planen und durchführen: Diversity-sensibel – nachhaltig – inklusiv“ der IQ Fachstelle für interkulturelle Kompetenzentwickung und Antidiskriminierung. Im Leitfaden wird darauf eingegangen, wie Veranstaltungen so geplant und umgesetzt werden können, dass sich die eingeladenen Menschen in ihrer Vielfalt angesprochen, willkommen und wohl fühlen; inwiefern Terminwahl, Veranstaltungsort und Catering dabei eine Rolle spielen und warum ein guter Umgang mit den Menschen auch einen guten Umgang mit der Natur nahelegt.

Mit dem vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt für die Bundesverwaltung herausgegebenen „Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen“ (2020) werden Empfehlungen gegeben, wie Veranstaltungen umweltgerecht, sozial verträglich und wirtschaftlich gestaltet werden können. Die im Leitfaden gegebenen Empfehlungen reichen von der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr über die Auswahl umweltgerecht hergestellter Produkte bis zum Umweltmanagement von Hotels und Konferenzzentren. Neben Umweltaspekten werden auch soziale Belange, wie etwa Barrierefreiheit, berücksichtigt. Für die praktische Umsetzung stehen darüber hinaus digitale Checklisten zur Verfügung.

Mit diesen tollen Leitfäden an der Hand steigt doch gleich die Vorfreude auf die nächste Veranstaltung, die es zu planen gibt. Auch wenn Präsenzveranstaltungen derzeit nur selten bis gar nicht stattfinden können: Viele der Tipps lassen sich auch im Hinblick auf digitale Veranstaltungen anwenden. Dafür gibt es nun auch noch einen super Leitfaden. Und zwar vom Orga-Team des großen „Zukunft für alle“ -Kongress, der 2020 vorwiegend online und mit einigen Livestreamings stattfand. Das Team hat seine Erfahrungen nun zusammengetragen und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Viel Erfolg für Ihre nächste Veranstaltung!