Geschichte

Wenn Deutschland kolonialisiert worden wäre

Der Kolonialismus wird als eine Ursache für heutige globale Machtverhältnisse und Ungleichheit

gesehen. Nach einer einleitenden Textlektüre, die die Perspektive auf den Kopf stellt, recherchieren die Schüler*innen zu den Auswirkungen des Kolonialismus auf gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Bereiche des Kolonialismus bis heute.

Text: Rassismus als System

Rassismus ist  ein Gewalt- und Unterdrückungssystem, in das wir alle hineingeboren werden. Es gibt kein Leben außerhalb dieses Systems. Es ist jahrhundertealt, es prägt uns, und es dient als Mittel und Rechtfertigung für weiße Vorherrschaft. Wie andere Diskriminierungsverhältnisse kann es in einem 3-Schritt verständlich gemacht werden.

Völkermord bleibt Völkermord

In der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, im heutigen Namibia, wurde der antikoloniale Widerstand der Herero und Nama von 1905-1908 brutal niedergeschlagen. Obwohl in der Wissenschaft als Völkermord anerkannt, weigerten sich lange alle aufeinanderfolgenden deutschen Bundesregierungen, diesen Völkermord anzuerkennen. Seit 2015 erkennt die deutsche Regierung den Vernichtungskrieg als Völkermord an, eine offizielle Entschuldigung hat es bisher jedoch nicht gegeben.

Öffentliche Erinnerung

„Die Stadtlandschaften Europas und Deutschlands sind geprägt von Spuren der Kolonialvergangenheit und Relikten kolonial-rassistischer Ideologie. Straßennamen vergegenwärtigen den ehemaligen ‚Kolonialbesitz‘, erinnern an einst beanspruchte Regionen, Orte und Ressourcen oder tragen Bezeichnungen, die Schwarze Menschen diskriminieren. Selbst koloniale Akteure werden bis heute unkommentiert mit Straßennamen und Denkmälern geehrt, durch die Kolonialisten noch immer glorifiziert und Kolonialisierte weiterhin gedemütigt werden‘ (May Ayim).

Broschüre Kolonialrassismus und Widerstand

Kolonialismus in Berlin, Potsdam, Dresden und Leipzig? Heute? Wie das? Und: Geschichte im Globalen
Lernen? Ja, Kolonialismus. Ja, heute. Und ja: Globales (Geschichts-)Lernen. Diese Broschüre setzt vor
der Haustüre an. Sie erzählt die Geschichten von Orten, Gebäuden, Gemälden und Traditionen, die
Kolonialismus bis in die Gegenwart tragen, die koloniales Denken und Sehen im Heute fortschreiben.
Die Hinterlassenschaften des Kolonialismus aus Stein und auf Leinwand lesen zu können, ohne ihre

Rassismus im Schulbuch

Aktuelle Studien zeigen, dass die Darstellungen des afrikanischen Kontinents und Schwarzer Menschen/ PoC in vielen Rahmenlehrplänen und Unterrichtsmaterialien einseitig, mit negativen Assoziationen verbunden und defizitorientiert sind. Diese stereotypen und kolonialrassistischen Darstellungen widersprechen dem Auftrag der Schule, kritisch-selbstreflektierende Persönlichkeiten heranzubilden, die fähig sind, das gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, der Menschenwürde und der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen zu gestalten.

Der Kampf für die Unabhängigkeit

Den Schüler*innen werden verschiedene Wege der Dekolonisierung aufgezeigt. Anhand von Auszügen aus dem Jugendroman „Evil – Das Böse“ von Jan Guillou wird die Frage diskutiert, ob gewaltsamer oder gewaltfreier Widerstand aus auf Gewalt basierenden Unterdrückungssystemen herausführen kann. Dabei werden die Kolonialsysteme und antikolonialen Befreiungsbewegungen in Algerien und Indien untersucht. Im Zentrum wird dabei die Annahme stehen, dass der jeweilige Kontext – d.h. in erster Linie das Verhalten der Kolonialmacht – entscheidend für den Ablauf des Dekolonisierungsprozess war.

Damals wie heute

Nach einem Einstieg in das Thema Kolonialismus, lesen die Schüler*innen je einen Text zu einem Beispiel aus der Kolonialzeit und einem entsprechenden Beispiel aus der Gegenwart. In
Kleingruppen analysieren sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Situationen und stellen diese anschließend der gesamten Gruppe vor.

Wie steht ihr dazu? Kolonialismus

Diese Aktivierungsmethode bietet einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit Kolonialismus und Postkolonialismus. Die Schüler*innen beziehen auf einem „Barometer“ eine eigene Position zu verschiedenen Aussagen und kommen darüber ins Gespräch.

Ein Platz an der Sonne

Anhand einer Visualisierung auf einem Spielbrett lernen die Schüler*innen die Kolonialisierung Deutsch-Südwestafrikas kennen. Die deutsche Kolonialgeschichte war im Vergleich zur
Kolonialgeschichte anderer europ̈ischer Länder wie Frankreich, Großbritannien und Belgien nur von kurzer Dauer. Die Kolonialpolitik unterschied sich in Zielsetzung und Vorgehensweise jedoch
grundsätzlich nicht von der der anderen Staaten. Im Vordergrund stand die wirtschaftliche Ausbeutung der Kolonien. Der indigenen Bevölkerung wurde nur als Arbeitskräfte und als