Klobalisierte Welt – klobal denken, lokal handeln

Alle Menschen teilen ein Bedürfnis: sie müssen auf’s Klo – unabhängig von Herkunft, sozialem Status und Alter. Kaum einer weiß, dass ein Drittel der Weltbevölkerung ohne Toilette lebt. Rund 1 Mrd. Menschen müssen ihr Geschäft sogar im Freien verrichten. Das wird zum Problem, denn wo Toiletten, sauberes Trinkwasser und Waschmöglichkeiten fehlen, können sich Krankheitserreger besonders schnell ausbreiten und in der Folge lebensgefährliche Erkrankungen verursachen. Nicht nur der weltweite sanitäre Missstand ist besorgniserregend, sondern auch der Zustand bzw. der Umgang mit vielen Schultoiletten in Deutschland.

Für eine KLObalisierte Welt

An Projekttagen wird ein erhöhtes Bewusstsein für die Bedeutung von Sanitärversorgung und Hygiene und den globalen Auswirkungen einer unzureichenden Versorgung, im Zuge der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) geschaffen. Das Hineinversetzen der Schüler*innen in Menschen, die keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung und Hygiene haben, erhöht die Wertschätzung für die eigenen Schultoiletten. Dazu wird anhand innovativer Methoden ein Austausch zur Frage moderiert, wie die Sanitärsituation an der eigenen Schule verbessert werden kann. Hierbei wird die Bedeutung von sauberen und sicheren Toiletten für ein gutes Leben sowie die soziokulturelle und natürliche Vielfalt der „Einen Welt“ deutlich. Gemeinsam werden im Anschluss bei schulinternen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen Ergebnisse präsentiert. Die COVID-19-Krise begreift die GTO als Chance, um gemeinsam mit den Projektschulen für ein sicheres und sauberes Lernumfeld zu sorgen.

Unterrichtsmaterialien

Globale Themenbereiche wie Umwelt, Gesundheit, oder Menschenrechte und ihre Zusammenhänge lassen sich anhand der Toilette aufzeigen: Über 60 % der Weltbevölkerung leben ohne angemessene sanitäre Einrichtungen – eine menschenunwürdige Situation mit gravierenden Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Die pädagogisch-didaktischen Unterrichtsmaterialien gehen diesen Zusammenhängen nach.

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Schulungen

„Klobales Lernen im Unterricht“ ist eine kostenfreie Fortbildung für Lehrkräfte und Pädagog*innen, die ein Interesse an den Themen Globale Entwicklung, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene haben und nebenbei Methoden suchen, um die Sanitärsituation an der eigenen Schule zu verbessern. Teilnehmende lernen Methoden kennen, mit deren Hilfe Verhältnisse im Unterricht sichtbar gemacht und reflektiert werden können. Dabei entsteht ein Austausch über Materialien für den eigenen Unterricht.

Das entwicklungspolitische Bildungsprogramm „Klobalisierte Welt“ wird gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL aus Mitteln des BMZ und des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes. Mit freundlicher Unterstützung von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) aus Mitteln des Landes Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von CWS. Das Projekt wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung 2013 / 2014 ausgezeichnet.

Klobalisierte Welt behandelt das Thema Sanitätversorgung weltweit auf vielschichtige Weise und leistet hinsichtlich der Post-2015-Agenda einen sinnvollen Beitrag für die Erreichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung, konkret, der Sicherstellung von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene für alle (SDG 6). Beispielsweise senkt eine angemessene sanitäre Grundversorgung für alle Menschen (SDG 6) die Armut und fördert das Wirtschaftswachstum. Der Zugang zu Toiletten spart viel Zeit, die sonst mit der Suche nach einem abgelegenen Versteck verloren geht. Mehr effektive Arbeitszeit, bedeutet ein höheres Einkommen. Gesunde Kinder verbringen mehr Zeit in der Schule und erhöhen das Bildungsniveau der Gesellschaft. Sanitärversorgung schützt Wasser und Bodenressourcen vor Verschmutzungen, welches das regionale Wirtschaftspotential erhöht. Die Nutzung von menschlichen Ausscheidungen als Rohstoff fördert das Wirtschaftswachstum. Behandelter Urin und Fäkalien sind ausgezeichnete Düngemittel. Biogas erzeugt erneuerbare Energie. Die Wiederverwertung von aufbereitetem Abwasser spart Wasservorräte. Jeder Dollar, der in sanitäre Grundversorgung investiert wird, erwirtschaftet das 9fache an Wert.

Eine angemessene Sanitärversorgung für alle Menschen (SDG 6) ermöglicht nachhaltige Siedlungswesen und schützt unsere Umwelt und kann wirkungsvoll zum Umwelt- und Ressourcenschutz beitragen (SDG 13, 14, 15). In Deutschland spülen wir unsere Fäkalien mit einem wertvollen Lebensmittel, Trinkwasser. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Wasserressourcen innovativ zu schonen und dabei sogar Biogas und Dünger zu produzieren – ohne großen technischen Aufwand und auf die lokal technischen und kulturellen Bedingungen angepasst. Die Endprodukte dienen den Nutzern als Einnahme-quelle und können somit Armut, Energieknappheit und Hunger entgegenwirken (SDG 1, 2 und 7). Weltweite sanitäre Grundversorgung kann verhindern, dass täglich über 375 000 Tonnen unbehandelte Fäkalien in die Natur geleitet werden. Die Behandlung von Fäkalien, Urin und sonstigen Abwässern schützt Trinkwasserreserven und Ökosysteme. Sanitäre Grundversorgung ermöglicht somit saubere und gesunde Lebensräume. Sanitärsysteme können nachhaltige landwirtschaftliche Produktion ermöglichen, indem behandelte Exkremente den Feldern als Düngemittel zurückgeführt werden. Dieses spart Energie und schützt limitierte Phosphorvorkommen, die zur Herstellung von Kunstdünger erforderlich sind. Die Vergärung von Fäkalien und Biomüll erzeugt Biogas, eine erneuerbare Energiequelle, welche den CO2 Ausstoß verringert.

Eine angemessene Sanitärversorgung für alle Menschen (SDG 6) trägt zu Gleichberechtigung, Bildung und Menschenwürde bei. Seit 2010 gibt es das offizielle Menschenrecht auf Wasser- und Sanitärversorgung, seit 2015 gibt es sogar das Menschenrecht auf eine angemessene Toilette. Denn sauberes Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sind Grundbedürfnisse des Menschen und für eine gesunde Entwicklung des Einzelnen sowie für die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften unverzichtbar (SDG 11). Toiletten bieten Privatsphäre und schützen Frauen vor Übergriffen, denen sie im Freien ausgesetzt wären. Da Frauen in vielen Kulturen die häusliche Krankenpflege übernehmen, profitieren sie besonders von einer gesunden Gesellschaft. Sie bleiben selber gesund und haben mehr Zeit, um Bildung zu erlangen und zum Wohl ihrer Familien beizutragen. Ferner nehmen SchülerInnen im Menstruationsalter oft aus Scham und fehlender Sanitärinfrastruktur nicht am Unterricht teil. Jährlich können 194 000 000 Schultage durch eine verbesserte Sanitärversorgung gewonnen werden. Verbesserte Sanitärversorgung hat die Kraft, soziale Entwicklung zu fördern, somit Bildungschancen zu erhöhen und für mehr Gleichberechtigung zu sorgen (SDG 4, 8, 10). Sanitäranlagen tragen zu Armutsbekämpfung bei, indem sie die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit schützen.

Quick-Info

Format Buchbare Fort- und Weiterbildungen, Projekttage/-Wochen, Sonstiges
Zielgruppe
außerschulischer Kontext Jugendliche, Erwachsene
schulische Einrichtung Grundschule, Oberschule, Gymnasium, Berufsbildende Schule
Klassen
Grundschule 3, 4
Oberschule 5, 6, 7, 8, 9, 10
Gymnasium 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12
Themen Armut und Reichtum, Geschlechtergerechtigkeit, Gesundheit und Wohlergehen, Globale Umweltveränderungen und Klimaschutz, Vielfalt, Partizipation, Menschenrechte, Wasser und Sanitärversorgung, Weltpolitik, internationale Zusammenarbeit
Kosten Kostenfrei
Dauer 3-6 Unterrichtsstunden
Anfragen

Anbieter-Info

German Toilet Organization e. V.

Juliusstraße 4112051Berlin

Anbieterprofil

Verfügbar in den Landkreisen:

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  • Dresden
  • Erzgebirgskreis
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  • Leipzig-Land
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