The homes we carry

„The Homes we carry“, Deutschland / Portugal / 2022 / Brenda Akele Jorde /89 Min. / Portugiesisch, Deutsch, Englisch OmdU

Hammer und Zirkel in Mosambik. Während einer Demonstration in Maputo weht die Flagge der DDR, getragen von „Madgermanes“, Vertragsarbeitern, die einst im Osten Deutschlands schufteten. Einige gründeten dort Familien, wie Eulidio. Seine Tochter Sarah wächst bei Mutter Ingrid in Berlin auf. Die Beziehung zu ihrer „zweiten Heimat“ gedeiht erst nach und nach. Auch dank Luana, Sarahs Baby, dessen Vater Eduardo ebenfalls aus Mosambik stammt.
Die Erinnerungen an das Kernkraftwerk Lubmin sind Eulidio noch immer gegenwärtig. Heute frittiert er Pommes in Springs, Südafrika. Sarah indes kennt ihren Vater lange nur von einer Fotografie: ziemlich cool, mit Cap. Als Elfjährige trifft sie ihn zum ersten Mal, spürt, wie wohl sie sich fühlt inmitten von Menschen, deren Haut ähnlich dunkel ist wie ihre. Als erwachsene Frau beschließt sie, längere Zeit in Mosambik zu verbringen – und begegnet Eduardo. Auf dem Rückflug ist sie schwanger. Die dokumentarische Beobachtung von Brenda Akele Jorde widmet sich Sarahs Versuch, Fäden zusammenzuführen und fortzuspinnen, die im Zuge der Wende abgerissen sind. Und sie zeigt die Herausforderungen, die damit einhergehen: Ist Sarah in Deutschland mit Rassismus konfrontiert, gilt sie in Afrika als Deutsche. War es einst Vater Eulidio, der nach dem Mauerfall des Landes verwiesen wurde, ist es nun Eduardo, der seine Tochter nur sporadisch sieht.

Im Anschluss an den Film führen wir ein Filmgespräch mit Luis Mazuze. Luis Mazuze im Mitglied im Vorstand von Afropa e.V. in Dresden. Er kam 1980 als Vertragsarbeiter aus Mosambik in die DDR und arbeitete als ungelernter Arbeiter in einer Brauerei. Er und andere Vertragsarbeiter erlebten auch immer wieder Rassismus – eine gesellschaftliche Realität, die in der DDR offiziell kein Thema war, und die auch heute nicht überwunden ist. Nach der Wende lebte Luiz Mazuze weiter in Dresden und konnte sich durch Ausbildung, Meister und Studium schrittweise qualifizieren. Heute ist er Senior-Braumeister und engagiert sich bei Afropa – einem Verein für afrikanisch-europäische Verständigung und das friedliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Dresden.

 

Kooperationspartner: Afropa e.V.akifra e.V. im Rahmen des MOVE IT! Filmfestivals für Menschenrechte

Für Rückfragen wenden Sie sich an die Koordinationsstelle der SEBIT
Tel: 0351/4923370
E-Mail: sebit@aha-bildung.de

Quick-Info

Start 11.04.2026 16:00
Ende 11.04.2026 20:00
Wo? Weltclub Dresden
Königsbrücker Straße 13
01099 Dresden
Format Veranstaltung
Zielgruppe informelles/non-formales Lernen
Themen Postkolonialismus / Anti-Bias, SDG 10 | Vielfalt, Partizipation, Menschenrechte, SDG 16 | Konflikte, Frieden und Migration, SDG 17 | Weltpolitik, internationale Zusammenarbeit, UNESCO-Welterbe, Themenübergreifend
Region Dresden
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