Auf Augenhöhe? Dekoloniale und empowernde Ansätze in der internationalen Zusammenarbeit

Erneut startet unsere vielfach erprobte Qualifizierungsreihe, die sich auf die Entwicklung einer rassismuskritischen und empowernden Partnerschaftsarbeit in der Entwicklungszusammenarbeit konzentriert. Diese Reihe richtet sich an Aktive aus entwicklungspolitischen Organisationen sowie NGOs, Initiativen und migrantische Selbstorganisationen, die sich für globale Gerechtigkeit einsetzen.

Worum geht’s

  • Ziel: Entwicklung alternativer Handlungsmöglichkeiten und Praktiken in der internationalen Partnerschaftsarbeit, die empowernd bzw. rassismus- und machtkritisch sind.
  • Inhalt: 4 aufeinander aufbauende Webinare à 4 Stunden, mit Fokus auf stärkende bzw. machtkritische Selbstreflexion, Theorie und Praxis.
  • Zielgruppe: Entwicklungspolitisch Aktive sowie Aktive in internationalen Partnerschaften, insbesondere auch an Personen aus migrantischen Selbstorganisationen und Betroffene von Rassismus.
  • Sprache: Deutsche Lautsprache.

Warum bieten wir die Reihe an?

Nicht nur aufgrund der kolonialen Geschichte ist die Projektarbeit mit „Partner und Partnerinnen“ auf sehr ungleiche Basis erbaut. Gelder und Vorgaben kommen aus Deutschland und häufig werden Menschen aus Deutschland in den Partnerländern eingesetzt, obwohl ihnen das Wissen über die lokalen Strukturen fehlt. Aber auch in der direkten Zusammenarbeit vor Ort oder in Teams hier in Deutschland werden Rassismen und andere Machtverhältnisse (unbewusst) reproduziert. Sich mit dieser Reproduktion auseinanderzusetzen ist ein umfassender Prozess. Er startet mit der Selbstermächtigung gegen diese Verhältnisse auf der Schwarzen/of Color Seite bzw. einer Selbstreflexion auf der weißen Seite.

Für die kritischen Diskurse zu Dekolonisierung der Partnerschaftsarbeit sind die Stimmen migrantisch-diasporischer Aktiver unverzichtbar. Wir wollen deshalb einen Raum schaffen, in dem die aktuelle Deutungshoheit über die Dekolonisierung der Partnerschaftsarbeit auf den Prüfstand gestellt wird. Migrantisch-diasporische Aktive haben unter anderem durch ihre biografischen Bezüge eine besondere Rolle in der Partnerschaftsarbeit. Dieser Rolle wollen wir in unserem Angebot durch das zeitweise Arbeiten in Safer Spaces gerecht werden.

Langfristig müssen sich die generellen Strukturen (Finanzen, Reisen, Evaluation etc.), in denen die Projekte stattfinden, verändern (siehe Das Märchen von der Augenhöhe ). Nichtsdestotrotz ist eine individuelle Beschäftigung mit dem Thema dekoloniale „Partnerschaftsarbeit“ ein erster möglicher Baustein für diese strukturellen Veränderungen. Wichtig ist hierfür die Stärkung von migrantischen Selbstorganisationen und Menschen mit Rassismuserfahrung innerhalb deutscher Organisationen.

Programmübersicht (Änderungen vorbehalten)

Di 21. April 2026, 10–14:30 Uhr (inkl. Pause)

1. Webinar: Kennenlernen, Selbstreflexion und empowernde Ansätze                                   

  • Schaffung eines sicheren Lernraums für Selbstreflexion und Sensibilisierung.
  • Verständnis für eigene und kollektive Positionierungen in (globalen) Machtverhältnissen.

Di 28. April 2026, 10–14:30 Uhr (inkl. Pause)

2. Webinar: Grundlagen einer gleichberechtigten Zusammenarbeit

  • Erarbeitung der inhaltlichen Grundlagen für rassismus- und machkritische Partnerschaft.
  • Sammlung und Diskussion von Herausforderungen und Fragestellungen aus der eigenen Praxis.
  • Voraussetzung: Teilnehmende bringen konkrete Problemstellungen aus ihrer Arbeit ein.

Di 12. Mai 2026, 10–14:30 Uhr (inkl. Pause)

3. Webinar: Handlungsoptionen entwickeln – Wie können wir gleichberechtigt zusammenarbeiten?

  • Gemeinsame Entwicklung von konkreten Handlungsmöglichkeiten für dekoloniale Partnerschaft.
  • Fokus auf praktische Umsetzbarkeit und Fallbeispiele.
  • Vorbereitung für das vierte Webinar: Teilnehmende nehmen eine konkrete Herausforderung aus ihrer Arbeit mit, um Lösungsansätze zu erarbeiten.

Di 16. Juni, 10–14:30 Uhr (inkl. Pause)

4. Webinar: Innovationen wagen – Zukunftsorientierte dekoloniale Partnerschaftsarbeit

  • Präsentation und Reflexion von entwickelten Ideen und Projekten
  • Diskussion über mögliche Hürden und Wege zur Verstetigung der neuen Ansätze.
  • Ziel: Verstetigung der neuen Ansätze in der täglichen Arbeit.

Referierende:

  • Lawrence N. Y. Oduro-Sarpong (er/ihn) und Kristina Kontzi (sie/ihr), beide glokal e.V.

Weitere Hinweise:

  • Teilnahmevoraussetzungen: Aktive Teilnahme an möglichst allen Modulen, Bereitschaft zur Selbstreflexion sowie Reflexion der eigenen Projektarbeit.
  • Lernraum: Bei Bedarf bieten wir getrennte Gruppen entlang von Rassismuserfahrungen an, um über unterschiedliche Positionierungen und (De-)Privilegierung zu reflektieren.
  • HintergrundmaterialDas Märchen von der Augenhöhe (beschreibt strukturelle Herausforderungen und notwendige Veränderungen in der Partnerschaftsarbeit).

Die Anmeldung ist bis 22.03.2026 möglich. Weitere Informationen gibt es hier.

Bitte beachte, dass diese Qualifizierungsreihe aufgrund der spezifischen Thematik und der erforderlichen vertrauensvollen Umgebung eine begrenzte Teilnehmendenzahl hat. Wir bitten um frühzeitige Anmeldung und behalten uns vor die Plätze in Bezug auf Rassismus möglichst paritätisch zu besetzen. Ihr erhaltet deshalb zunächst einen Warteplatz. Die finale Zusage erfolgt nach Ablauf der Anmeldefrist.

Das Projekt wird von Brot für die Welt bezuschusst.

Quick-Info

Start 21.04.2026 00:00
Ende 21.04.2026 00:00
Start: 28.04.2026 00:00
Ende: 28.04.2026 00:00
Start: 12.05.2026 00:00
Ende: 12.05.2026 00:00
Wo? Onlineveranstaltung
Format Fortbildung
Zielgruppe informelles/non-formales Lernen
Themen Postkolonialismus / Anti-Bias, SDG 10 | Vielfalt, Partizipation, Menschenrechte, SDG 17 | Weltpolitik, internationale Zusammenarbeit, UNESCO-Welterbe, Themenübergreifend

Veranstalter

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