Neoextraktivismus in Bolivien - Ein neues Entwicklungsmodell oder Ausdruck neokolonialer Wirtschaftsstrukturen?

In der entwicklungspolitischen Diskussion in Deutschland dürfte der Begriff „Neo-Extraktivismus“ noch einigermaßen ungebräuchlich sein. In Lateinamerika jedoch spielt er in der Ressourcen- und Umweltpolitik eine zunehmend bedeutsame Rolle. Neo-Extraktivismus bezeichnet hier den Rohstoffabbau unter der Kontrolle des Staates. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts haben viele Regierungen Lateinamerikas erfolgreich versucht, den Rohstoffabbau in ihren Ländern unter eigene Kontrolle zu stellen. Damit einher ging ein gesteigertes Wirtschaftswachstum, die Reduzierung von Armut und eine Verbesserung der sozialen Lage. Die Schattenseiten dieser Entwicklung sind jedoch ein verstärkter Neoliberalismus, die Verdrängung indigener Bevölkerungen und zunehmende Umweltzerstörungen einer auf grenzenloses Wachstum setzenden Ökonomie, was zu verstärkten sozialen Spannungen und Konflikten führt.

Janine Romero Valenzuela (Promotionsstudentin an der Willy Brandt School of Public Policy der Universität Erfurt) und Oscar Choque (Eine-Welt-Fachpromotor für Rohstoffpolitik in Sachsen) werden am Beispiel Boliviens erörtern, inwieweit die stärkere Teilhabe des Staates an extraktiven Industrien Teil eines gesellschaftlichen Entwicklungsmodells sein kann, oder eher als Ausdruck einer neokolonialen Einbettung in den internationalen Rohstoffhandel interpretiert werden muss.

Veranstaltungsart: Vortrag mit Diskussion
Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Dies ist eine Veranstaltung der SEBIT in Kooperation mit Ayni – Verein für Ressourcengerechtigkeit e.V.

 

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