Völkermord bleibt Völkermord

In der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, im heutigen Namibia, wurde der antikoloniale Widerstand der Herero und Nama von 1905-1908 brutal niedergeschlagen. Obwohl in der Wissenschaft als Völkermord anerkannt, weigerten sich lange alle aufeinanderfolgenden deutschen Bundesregierungen, diesen Völkermord anzuerkennen. Seit 2015 erkennt die deutsche Regierung den Vernichtungskrieg als Völkermord an, eine offizielle Entschuldigung hat es bisher jedoch nicht gegeben. Die deutsche Regierung ist mit der namibischen Regierung seit Herbst 2015 in Verhandlung über eine Anerkennung des Völkermords, eine Entschuldigung und Reparationszahlungen. Vertreter*innen von Herero und Nama verklagten im Januar 2017 in New York die Bundesregierung auf eine offizielle Beteiligung an den Verhandlungen und auch auf Reparationen, da sie sich nicht angemessen an den Gesprächen beteiligt sahen. Diese Klage wird von der deutschen Bundesregierung bislang ignoriert. In dieser Unterrichtseinheit spielen die Schüler*innen eine fiktive Verhandlung zwischen verschiedenen beteiligten Akteur*innen. Sie setzen sich mit der Frage auseinander, welche Bedeutung die Forderung nach Anerkennung des Genozids noch heute für die Herero und Nama hat und aus welchen Gründen die Bundesregierung so lange zögert, der Forderung nachzukommen.

Materialtyp

Oberschule

Klasse Oberschule: 
Unterrichtsfach Oberschule: 

Gymnasium

Klasse Gymnasium: 
Unterrichtsfach Gymnasium: 

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