Teilen, tauschen, schenken, leihen

Wer kennt es nicht: im Keller oder auf dem Dachboden verstauben Schlittschuhe, die nicht mehr passen. Ein Akkuschrauber, den man nur beim Ein- und Auszug verwendet. Ein Drei-Personen-Zelt, obwohl man dem Camping nicht sonderlich viel abgewinnen kann. Zahlreiche Bücher, die man zwar gelesen hat, von denen man sich aber nicht trennen kann und natürlich jede Menge Kleidung. Es könnte ja noch einen Anlass geben, zu dem man das leuchtend rote Kleid mit den bunten Fischen anziehen könnte.

Um den eigenen Hausrat in einem überschaubaren Maß zu halten, ist es nützlich, in regelmäßigen Abständen Kleidung, Küchenutensilien, Deko-Artikel, Bücher und alles andere, was irgendwo in den eigenen vier Wänden lagert, aufzuräumen, zu sortieren und ggf. auszusortieren. Dieses „Ausmisten“ führt dazu, dass man einerseits den Überblick über Besitztümer nicht verliert und sich andererseits bewusst wird, was man wirklich nicht braucht. Nun sollte man sich über die aussortierten Sachen Gedanken machen: Ist ein Gegenstand kaputt, kann man ihn reparieren? Falls dies nicht zutrifft: Kann ich ihn womöglich mit einem anderen Gegenstand aus meinem Haushalt ersetzen? Oder muss ich ihn nach der fachgerechten Entsorgung durch eine Neuanschaffung zwingend ersetzen? Gibt es die Möglichkeit, ihn mir bei Freunden oder Nachbarn zeitweise zu leihen? Den Rest, den man nicht mehr braucht, kann man weiterverkaufen oder eben an andere Leute verleihen.

So kann man beispielsweise am Arbeitsplatz eine Liste aushängen oder per Mail verschicken, in die jede*r Mitarbeiter*in die Dinge einträgt, die verkauft, verliehen oder verschenkt werden können. Im Gegenzug kann jede*r eintragen, welche Dinge für welchen Zeitraum benötigt werden. Das spart einerseits den Aufwand und vor allem die Kosten einer Neuanschaffung, andererseits ist es eine Möglichkeit, unserer Wegwerfgesellschaft entgegen zu wirken, indem man Dinge den Leuten gibt, die sie nur für einen bestimmten Zeitraum benötigen. Gleichzeitig ergibt sich so neuer Gesprächsstoff und das Arbeitsklima verbessert sich. Sich Dinge auszuleihen, statt zu kaufen, trägt auch dazu bei, den eigenen Hausrat in einem überschaubaren Maß zu halten, was wiederum dazu führt, dass man im Falle eines Umzuges kein Drei-Personen-Zelt, Schlittschuhe und ausgelesene Bücher von A nach B transportieren muss, nur um sie dann auf dem nächsten Dachboden zu deponieren.In vielen Städten und sogar in manchen Zügen gibt es sogenannte „Offene Bücherregale“, in die man Bücher hineinstellen kann oder aus denen man passenden Lesestoff für sich selbst entnimmt.

Einem ähnlichen Prinzip folgt auch Foodsharing, das wir in einem unserer früheren Artikel schon einmal aufgegriffen haben.

Fröhliches Teilen!