Sächsische Schulen haben steigende Zahl von Schüler*innen mit Migrationshintergrund gut bewältigt

Ein Thema prägte das Schuljahr 2015/16 besonders: Die enorm steigende Zahl an Schüler*innen mit Migrationshintergrund durch den Flüchtlingsstrom nach Sachsen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Schüler*innen in Vorbereitungsklassen um mehr als 70 % gestiegen. Sachsens Schulen haben diese Herausforderung bisher gut bewältigt.

Eine Bilanz

Aktuell gibt es an öffentlichen Schulen 515 Vorbereitungsklassen (Stichtag: 20.06.2016) mit 8.885 Schülern (Stichtag: 07.06.2016). Zum Vergleich: Noch zu Beginn des Schuljahres 2015/16 waren es lediglich 290 Vorbereitungsklassen mit 3.751 Schülern. Angesichts des enormen Anstiegs innerhalb kurzer Zeit, ist es gut gelungen, ausreichend Schulplätze bereitzustellen und Lehrer für Deutsch als Zweitsprache zu finden.

Schnell und unbürokratisch

Als Sofortmaßnahme und Reaktion auf den Flüchtlingsstrom stellte Sachsen mit den Asylpaketen I und II vorerst befristete Stellen für bis zu 200 zusätzliche Lehrer bereit. Mit dem Asylpaket III konnte dann auch unbefristet eingestellt werden. Normalerweise werden Vorbereitungsklassen an Grundschulen und Oberschulen eingerichtet. Um die Oberschulen zu entlasten, gibt es mittlerweile auch 19 Vorbereitungsklassen an Gymnasien. An den Grundschulen sind es derzeit 201, an den Oberschulen 163 und an den BSZ 132 Vorbereitungsklassen. Außerdem bekamen 14 Schulen in freier Trägerschaft (Stichtag: 22.04.2016) die Genehmigung, Vorbereitungsklassen einzurichten. So gibt es aktuell 16 Vorbereitungsklassen an Schulen in freier Trägerschaft (Stichtag: 20.06.2016). In Sachsen sind weiterhin 2.287 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Stichtag: 21.06.2016) in Obhut. Am 01.11.2015 waren es noch 916. Diese erhalten ebenso eine besondere Bildungsberatung der Sächsischen Bildungsagentur und werden meist in Vorbereitungsklassen an den BSZ aufgenommen.

Prognosen sind schwierig

Es gab in den letzten Monaten zwar eine Entspannung bei den Schülerzahlen, dennoch ist schwer vorherzusagen, wie sie sich im neuen Schuljahr entwickeln werden. Deshalb arbeiten alle Beteiligten weiter intensiv daran, die Bildungsberatung und den Unterricht abzusichern. Um die Oberschulen weiterhin zu entlasten, werden Gespräche mit freien Trägern geführt und die weitere Einrichtung von Vorbereitungsklassen an Gymnasien eingeleitet. Um die BSZ zu entlasten, wurde im März 2016 für die nicht mehr Schulpflichtigen über 18-jährigen eine differenziertere Bildungsberatung eingeführt.  Siehe auch Blogbeitrag "Neue Integrationswege für nicht mehr schulpflichtige Migranten" unter: www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2016/02/26/neue-integrationswege-f...   

Ein Vorteil ist dabei für junge Leute über 18, dass diese über die Kollegs damit viel schneller das Abitur ablegen können. In Sachsen gibt es das Leipzig-Kolleg, das Freiberg-Kolleg und das Erzgebirgskolleg Breitenbrunn.

Quelle: Blog des Sächsischen Kultusministeriums