Der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken

In diesem Beitrag möchten wir euch Möglichkeiten vorstellen, wie der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt wird.

Foodsharing setzt sich dafür ein, dass ungewollte und überproduzierte Lebensmittel sowohl von Privathaushalten als auch von Unternehmen gerettet werden. Es kann also jede*r Lebensmittel spenden. Das gleiche gilt für das Abholen, ganz ohne Bedürftigkeitsprüfung. Organisiert wird die Initiative über die Online-Plattform, wo sich die Foodsharer und Foodsaver in den verschieden Regionen und Städten vernetzten. Foodsharing gibt es bestimmt auch bei dir in der Nähe. Schau einfach mal auf deren foodsharing-map vorbei.

 

Auch in den sozialen Medien findest du zahlreiche Gruppen, die sich dafür einsetzen, dass Lebensmittel nicht verkommen. In der Regel sind es Privatpersonen, die dort Lebensmittel posten, damit sie andere Personen abholen können. Unter Stichworten wie #foodsharing oder „Lebensmittel retten“ wirst du sicher findig.

 

In der Too Good to Go-App wählst du nach Anmeldung ein Restaurant oder einen Supermarkt in deiner Nähe aus und erhältst für wenig Geld eine sogenannte “Wundertüte”. In dieser sind übriggebliebene noch gute Speisen und Lebensmittel enthalten, die sonst weggeschmissen müssten. Deine Wundertüte holst du dir kurz vor Ladenschluss ab in dem Restaurant oder Supermarkt ab.

Eine Alternative zu „Too Good to go“ ist die App RESQ CLUB. Sie funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie Too Good to go. Auch hier handelt es sich um Speisen und Lebensmittel, die nach Ladenschluss nicht mehr verkauft werden dürfen. Zuerst wählst du also eines der Angebote aus, dann bezahlst du es in der App. Direkt nach der Bezahlung kannst du das Essen abholen. Derzeit gibt es RESQ CLUB in Deutschland nur in Berlin und Duisburg, doch vielleicht gibt es das Angebot in Zukunft auch in Sachsen.

 

Etepetete rettet Gemüse in Bioqualität, das aufgrund seines Aussehens nicht verkauft wird, sondern auf dem Feld bleibt, vernichtet oder zur Energiegewinnung verwendet wird. Die geretteten Lebensmittel werden online bestellt und in Lebensmittelboxen direkt zu dir nach Hause geliefert.

 

Sir Plus ist ein Startup-Unternehmen aus Berlin, das sich dafür einsetzt überschüssige Lebensmittel wieder in den Kreislauf zu bringen. Verkauft werden die geretteten Lebensmittel in den sogenannten Rettermärkten und über einen Onlineshop. Ausgegeben werden auch Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten haben. Diese dürfen nach dem Überprüfen der Genießbarkeit und einem Hinweis, dass sie schon abgelaufen sind noch verkauft werden.

 

Zu guter Letzt wollen wir auch noch das Thema Containern ansprechen. Unter Containern[1] versteht man das Herausholen weggeworfener Dinge aus Mülltonen. Am bekanntesten ist das Herausholen von Lebensmitteln. Containern ist in Deutschland verboten, denn es werden Waren entwendet und sich in der Regel unerlaubt Zugang zu den Mülltonnen der Supermärkte verschafft. In der letzten Zeit haben sich jedoch vermehrt Menschen dafür eingesetzt, Containern zu legalisieren. Die beiden Aktivistinnen Franzi und Caro haben bereits erfolglos auf Landesebene geklagt und sich nun entschieden eine Verfassungsklage einzureichen. Es bleibt abzuwarten, wie die Karlsruher Richter*innen entscheiden werden.

 

[1] https://www.projektwerkstatt.de/index.php?p=10770 ; aufgerufen am 08.11.2019