Der alte Freund, die Brennnessel. Von Suppe bis Jauche.

Erfahrene Gärtner schwören schon seit Ewigkeiten auf einen Dünger, der nicht nur für Pflanzen und Böden gut ist, sondern als Ausgangsprodukt auch unschädlich für Menschen und Tiere ist. Die Rede ist von der allgemein eher unbeliebten Brennnessel. Doch dieses stark-brennende Gewächs hat abgesehen von fiesen Brandblasen noch mehr auf dem Kasten.

Beispielsweise macht sie mit einem hohen Vitamin C Gehalt jede Orange neidisch und bietet sich somit auch zum (achtung: vorsichtigen) Verarbeiten und anschließendem Verzehr an, egal ob als Suppe, Salat oder auf einer Pizza. Hier empfehlen sich besonders jüngere Pflanzen von bis zu 20 Zentimeter. Rezeptideen zum selber Ausprobieren befinden sich hier.

Wenn nicht auf dem Speiseplan, dann macht sich die Brennnessel auch im Garten nützlich.  Sie kann zu einem Sud oder einer Jauche verarbeitet werden, um Pflanzen zu düngen oder Schädlinge wie zum Beispiel Blattläuse abzuwehren. Sie ist sozusagen ein echtes Superkraut, was ziemlich anspruchslos ist und praktisch überall wächst; auch da wo Menschen leben oder lebten. Durch ein flächendeckendes Wurzelgeflecht breitet sich eine einzige Pflanze aus und besitzt mehrere Stängel.

Der Vorteil eines Brennnessel Düngers liegt auf der Hand. Zunächst ist er natürlich und zerstört den Boden nicht, sondern bereichert ihn. Auch der Sud, der als Alternative zur chemischen Keule dient, ist für die Natur ungefährlich und verursacht keine Folgeschäden für Lebewesen (außer für die ungewollten Schädlinge naürlich).

Nebenbei ist das Herstellen einer Brennnesseljauche oder eines Suds kinderleicht und kostet nichts. Man braucht nicht mehr als Brennnesseln, etwas Wasser (oder Regenwasser für noch mehr Nachhaltigkeit), einen Behälter und etwas Sonnenschein. Die Brennnesseln können einfach geschnitten werden, wobei an einen Schutz der Hände gedacht werden sollte. Bis auf die Blüten kann jedes Teil der gepflückten Brennnessel verwendet werden. Anschließend muss alles in einen Eimer oder ein Fass mit Wasser gegeben und verrührt werden. Danach heißt es warten, denn sowohl Jauche als auch der Sud brauchen Zeit und viel Sonneneinstrahlung für den Gärungsprozess. Wichtig ist es, die Jauche oder den Sud luftdurchlässig abzudecken. Der dann auftretende Gärungsprozess kann etwas stinken, deswegen stellt man den Behälter lieber in eine Ecke, wo er nicht stört. Wie lange die Gärung benötigt, hängt vom Wetter und von der Temperatur ab. Eine grobe Richtlinie und eine Angabe wie viel Wasser für Jauche oder Sud benutzt werden sollen befinden sich hier.