12

Völkermord bleibt Völkermord

In der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, im heutigen Namibia, wurde der antikoloniale Widerstand der Herero und Nama von 1905-1908 brutal niedergeschlagen. Obwohl in der Wissenschaft als Völkermord anerkannt, weigerten sich lange alle aufeinanderfolgenden deutschen Bundesregierungen, diesen Völkermord anzuerkennen. Seit 2015 erkennt die deutsche Regierung den Vernichtungskrieg als Völkermord an, eine offizielle Entschuldigung hat es bisher jedoch nicht gegeben.

Öffentliche Erinnerung

„Die Stadtlandschaften Europas und Deutschlands sind geprägt von Spuren der Kolonialvergangenheit und Relikten kolonial-rassistischer Ideologie. Straßennamen vergegenwärtigen den ehemaligen ‚Kolonialbesitz‘, erinnern an einst beanspruchte Regionen, Orte und Ressourcen oder tragen Bezeichnungen, die Schwarze Menschen diskriminieren. Selbst koloniale Akteure werden bis heute unkommentiert mit Straßennamen und Denkmälern geehrt, durch die Kolonialisten noch immer glorifiziert und Kolonialisierte weiterhin gedemütigt werden‘ (May Ayim).

Broschüre Kolonialrassismus und Widerstand

Kolonialismus in Berlin, Potsdam, Dresden und Leipzig? Heute? Wie das? Und: Geschichte im Globalen
Lernen? Ja, Kolonialismus. Ja, heute. Und ja: Globales (Geschichts-)Lernen. Diese Broschüre setzt vor
der Haustüre an. Sie erzählt die Geschichten von Orten, Gebäuden, Gemälden und Traditionen, die
Kolonialismus bis in die Gegenwart tragen, die koloniales Denken und Sehen im Heute fortschreiben.
Die Hinterlassenschaften des Kolonialismus aus Stein und auf Leinwand lesen zu können, ohne ihre

Rassismus im Schulbuch

Aktuelle Studien zeigen, dass die Darstellungen des afrikanischen Kontinents und Schwarzer Menschen/ PoC in vielen Rahmenlehrplänen und Unterrichtsmaterialien einseitig, mit negativen Assoziationen verbunden und defizitorientiert sind. Diese stereotypen und kolonialrassistischen Darstellungen widersprechen dem Auftrag der Schule, kritisch-selbstreflektierende Persönlichkeiten heranzubilden, die fähig sind, das gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, der Menschenwürde und der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen zu gestalten.

Der Kampf für die Unabhängigkeit

Den Schüler*innen werden verschiedene Wege der Dekolonisierung aufgezeigt. Anhand von Auszügen aus dem Jugendroman „Evil – Das Böse“ von Jan Guillou wird die Frage diskutiert, ob gewaltsamer oder gewaltfreier Widerstand aus auf Gewalt basierenden Unterdrückungssystemen herausführen kann. Dabei werden die Kolonialsysteme und antikolonialen Befreiungsbewegungen in Algerien und Indien untersucht. Im Zentrum wird dabei die Annahme stehen, dass der jeweilige Kontext – d.h. in erster Linie das Verhalten der Kolonialmacht – entscheidend für den Ablauf des Dekolonisierungsprozess war.

Damals wie heute

Nach einem Einstieg in das Thema Kolonialismus, lesen die Schüler*innen je einen Text zu einem Beispiel aus der Kolonialzeit und einem entsprechenden Beispiel aus der Gegenwart. In
Kleingruppen analysieren sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Situationen und stellen diese anschließend der gesamten Gruppe vor.

Wie steht ihr dazu? Kolonialismus

Diese Aktivierungsmethode bietet einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit Kolonialismus und Postkolonialismus. Die Schüler*innen beziehen auf einem „Barometer“ eine eigene Position zu verschiedenen Aussagen und kommen darüber ins Gespräch.

Reise einer Nachricht

Was wir über andere zu wissen glauben, ist oft eine Mischung aus Medieninhalten, Erzähltem (Sozialisierung) und eigenen Vorstellungen. Besonders wenn es um Fernwelten wie den Globalen Süden geht, nimmt dabei die Bedeutung von Medien zu. Wichtig ist daher, zu verstehen, wie Informationen bei der Übertragung verzerrt und verändert werden – und welchen Einfluss dies auf unsere Weltbilder und Denkweisen haben kann.

Textarbeit „Bericht aus einem Entwicklungsland

Die TN hören einen Beitrag über ein fernes Land und sollen erraten, um welches es sich handelt. Die Sprache ist dabei bewusst irreführend gewählt. Während die verwendeten Begriffe eher auf ein Land des Globalen Südens hinweisen, handeln die inhaltlichen Fakten von den USA. Die Auflösung dient der kritischen Reflexion entsprechend der Zielstellungen.

Die Albatros-Kultur

Die Teilnehmenden werden aufgefordert, eine Situation mit unbekanntem Hintergrund zu verstehen. Dabei wenden sie kulturell geprägte Interpretationen an, die im Anschluss irritiert und reflektiert werden.

Sie beobachten das Verhalten eines Mannes und einer Frau aus einer fiktiven Kultur, der s.g. "Albatros-Kultur". Sie teilen ihre Beobachtungen mit und interpretieren anschließend das Gesehene. In einer Auswertungsrunde werden die Interpretationen ausgewertet.